Wiederholungsimpfung – diesmal ohne allergische Impfreaktion

Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschlossen, heute bei Evita die jährliche Wiederholungsimpfung durchführen zu lassen – dies trotz  allergischer Impfreaktion vor einem Jahr.

Die Entscheidung war für mich nicht einfach, denn die Meinungen über das Impfen klaffen krass auseinander: Befaßt man sich längere Zeit mit der Argumentation extremer Impfgegner und liest die grauenhaften Schicksale impfgeschädigter Wesen, würde man nie mehr impfen lassen wollen.

Doch ich zähle mich nicht zu den übersteigerten Menschen, sondern versuche grundsätzlich zunächst rein rational eine Thematik anzugehen, mich zu informieren und dann meine Meinung zu bilden.
Zudem kann ich mich grundsätzlich zu den Impfbefürwortern zählen.

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Bei uns wurden immer alle Hunde regelmäßig geimpft und entwurmt. Wir hatten allerdings bislang nie einen Zwischenfall. Unser Dobermann Aramis, war das Paradebeispiel – bei ihm merkte man nicht einmal, wenn er gepiekst wurde… Doch als ich dann letztes Jahr die allergische Impfreaktion bei Evita miterlebt hatte, hatte ich schlicht Angst vor einer weiteren Impfung. Meine spontane Reaktion war, auf keinen Fall eine Wiederholungsimpfung!

Nun, zum Glück hatte ich Zeit. Zeit ein ganzes Jahr lang: Zunächst hörte ich mich privat bei Hundebesitzern um und fragte nach deren Erfahrungen. Leider -oder besser zum guten Glück- gibt es gar nicht so viele Impfreaktionen, deshalb  begann ich, Arztpraxen für eine Konsultation zu kontaktieren und verschiedene Quellen über Impfreaktionen intentsivst zu recherchieren.

Evita liegt anderthalb Stunden nach der Impfung entspannt im Gras. An der linken Vorderpfote der venöse Zugang - für den Fall der Fälle - wir haben ihn zum Glück nicht gebraucht.

Habe sehr viele positive Reaktionen und Verständnis auf meine Sorge bzgl. einer weiteren Impfreaktion von Evita erlebt. Leider muss ich auch vom Gegenteil berichten: Arztpraxen, in welchen man “einfach” impft und einen Patient wie mich eher als hysterisch einstuft. Leider!

Wichtige Zusammenhänge waren mir nach Studie mehrerer Quellen klar:

  1. Bei einer erneuten Impfung sollte man auf jeden Fall den Hersteller wechseln
    » also auf keinen Fall “MERIAL”.
  2. Man sollte sich keinesfalls (mehr) für Kombi-Impfungen entscheiden, sondern den Impfstoff einzeln injizieren.
  3. Es gibt nachweislich Impfkomponenten, die bzgl. allergische Reaktion mit einem Fragezeichen versehen sind:

Wichtige Impfungen sind demnach:
1. Staupe (Lebendimpfstoff/Viren)
2. Hepatitis (Lebendimpfstoff/Viren)
3. Parvovirose (Lebendimpfstoff/Viren)
4. Tollwut (Totimpfstoff/Viren)

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Habe mich nach einem ausgiebigen Beratungsgespräch für die Clinique Vétérinaire de Hésingue mit Frau Dr. vet. Claudia ERBLAND für Evitas Wiederholungsimpfung entschieden. Und wir haben uns gemeinsam festgelegt dass Evita -trotz vieler Bedenken vielerorts- als erstes eine Leptospirose-Impfung erhalten soll!

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Und weshalb gerade Leptospirose?
Weil Leptospirose gerade in unserer Gegend weit verbreitet ist. Jedes Jahr werden akkute Fälle mit Leptospirose eingeliefert. Zudem ist diese bakterielle Infektionskrankheit auch für den Menschen sehr gefährlich.

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Um wirklich JEDES Risiko für Evita so klein wie möglich zu halten, hat die Tierärztin bei Evita vor der Impfung einen venösen Zugang (peripherer Venenkatheter) gelegt, damit im Falle einer allergischen Reaktion SOFORT mit Cortison oder Adrenalin reagiert werden kann. Des Weiteren waren wir 2.5 Stunden zur Beobachtung vor Ort und wir haben Evitas Läufigkeit bis zum Ende abgewartet.

Wir hatten den Termin um 9 Uhr morgens und nachdem der venöse Zugang gelegt war (bei dem Evita ganz großartig tapfer war!), wurde die Leptospirose-Impfung (diesmal vom Hersteller VIRBAC)  injiziert. Damit wir das Zeitfenster der Beobachtung so stressfrei wie möglich für Evita gestalten konnten, schlug mir die Tierärztin vor, auf einem praxisnahen Feldweg Runden langsam hin- und herzulaufen. Dazwischen durfte Evita im Schatten unter einen Baum ins Gras liegen.

Evita zeigte sich die ganze Zeit vollkommen unauffällig. Sie war völlig ruhig und gelassen und genoß sichtlich unsere Spazierrunde. Nach zwei Stunden sind wir dann ins kühle Wartezimmer gesessen, haben noch ein paar nette Bekanntschaften gemacht und nach 2,5 Stunden hat die Tierärztin die Kanüle wieder entfernt. Zur absoluten Sicherheit hat sie uns noch ein paar Kortison-Tabletten (Oro-Médrol, Methylpreduisolone von Pfizer) mitgegeben.

Es ist alles gut gegangen und ich bin überglücklich. In drei Wochen werden wir dann Staupe, Hepatitis und Parvovirose impfen lassen, dann haben wir die Impfung für dieses Jahr geschafft!

Besten Dank für die professionelle Beratung und Betreuung, Frau Dr.vet. Erbland!

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2 thoughts on “Wiederholungsimpfung – diesmal ohne allergische Impfreaktion

  1. Liebe Bettina,
    schön, daß Deine Fee die Impfung so gut verkraftet hat. Weniger schön ist, daß es immer noch TA gibt, die zwar genau wissen, daß alle diese Impfungen eit länger wirksam sind, als das früher so angepriesene eine Jahr und dennoch eine verfrühte Wiederholung einer Impfung empfehlen und unterstützen. Das finde ich gar nicht professionell und das ist auch die Meinung meines sehr seriösen Tierarztes.
    Liebe Grüße, Iris

    ___________________________
    Salut Iris,

    ja, ich bin auch sehr froh! Allerdings wurde seitens der TierÄrztin auch alles unternommen, falls Evita allergisch reagiert hätte.

    Muss Dich bzgl. der Wirksamkeit bei Leptospirose korrigieren. Leptospirose ist ein Impfstoff gegen Bakterien und dort ist die Schutzdauer z.T. sogar weniger als ein Jahr (im Gegensatz zu SHP und Tollwut).
    Hier in unserer Gegegend ist diese Krankheit stark verbreitet; besonders in den Weihern, in welchen sich unzählige Nagetiere tummeln, lauert die Gefahr:
    Du weißt ja, dass Leptospirose-Infektionen überwiegend durch Mäuse und Ratten, über deren Urin große Mengen an diesen Bakterien ausgeschieden werden, übertragen werden. Im Wasser können Leptospiren wochenlang am Leben bleiben, nur durch Eintrocknung sterben sie rasch ab. Die Bedeutung für den Hundehalter liegt in Spaziergängen im warmen Frühjahr und Herbst. Durch häufige Regenfälle bilden sich flache Pfützen auf den Feldwegen. Durch die Temperaturen erwärmen sich die kleinen Wasserstellen, so daß die Leptospiren ideale Bedingungen zur Vermehrung finden. Bekannt ist auch, daß es entlang von Feldwegen jede Menge Mauselöcher (und natürlich auch Mäuse) gibt, über deren Urin die Bakterien in die Pfütze gelangen.
    Da ich Evita im Frühling geimpft habe, hat sie nun den Schutz über den Sommer und Herbst hinaus, d.h. dann, wenn wir in den Seen die Hunde baden lassen und ebenfalls, wenn sie sich als erfolgreiche Mäusejägerin wie letztes Jahr zeigt.

    Ich selbst habe mich zu diesem Schritt aus obigen Gründen entschlossen und meine neue Tierärztin in Frankreich hat dies verantwortungsvoll, seriös und professionell durchgeführt.

    Liebe Grüße von uns,
    Bettina

  2. Tja, Pech, denn trotz Impfung ist Dein hund kaum geschuetzt gegen Lepto, die naemlich heutzutage nicht mehr “ueberwiegend von Mäusen und Ratten” verursacht wird. Dies ist keine Meinung, sondern wissenschaftliche Tatsache. Ein Tierarzt sollte das auch wissen.
    Wenn Dein Tierarzt Dich darauf nicht aufmerksam macht, dann gibt es dafuer 2 Grunde: Entweder er weiss es einfach nicht (schlimm!), oder er verkauft lieber Impfungen (Tja!).
    Gruesse
    Joke

    _____________
    Dein schadenfroher Unterton stört mich sehr!
    Dass man durch eine Impfung nicht gegen das gesamte Spektrum an Leptospiren geschützt ist, ist vollkommen klar und steht nicht zur Debatte. Auch bei einer Grippeimpfung kann man eine eventuelle Influenza nicht vermeiden.
    Desweiteren empfinde ich es als unverschämt, welche Unterstellungen Du Dir hier geg. meinem TA erlaubst.
    Insofern sehe ich Deinen Kommentar als einen schlechten “Joke” an.
    Bettina Metzler

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