Allererste CANICROSS-“Geh”-Versuche!

Gestern, Freitag später Nachmittag war es soweit: Evita hat ihre allerersten CANICROSS-“Geh”-Versuche mit einem Test-Niiva-Harness gemacht!

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  • Ich nimm’s vorweg:
    Bin überaus zufrieden mit Evitas erster Trainingseinheit!
  • Und: Der eigentliche Auslöser war Jannis’ Bild mit der kleinen Diskussion auf facebook, «weswegen ich nicht mit Evita CaniCross mache, sondern “sans laisse” neben mir herlaufen lasse…»
  • … Ja, da kam der gestrige späte Nachmittag genau richtig:
    trockenes, kaltes Wetter – ideale Bodenverhältnisse!

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Eigentlich liegt das Test-Niiva-Harness, welches für Evita eigens präpariert wurde, bereits seit Weihnachten parat; an und für sich wartete ich nur auf geeignete Witterungsbedingungen, um mit Evita loszulegen. Mit ihren 15 Monaten und dem täglichen zweistündigen Training im Freilauf ist sie körperlich gut darauf vorbeitet. Das Knochenwachstum ist abgeschlossen und ihre Muskulatur läßt ein Laufen unter Zuglast (LUZL) inzwischen zu.

Alors, allez pour la première fois!

Wir starten nach 17 Uhr – sollte ideal sein, denn Evita war so richtig auf “Volldampf”, nachdem sie den ganzen Tag (mit Pippipausen) unter meinem Schreibtisch geduldig ausgeharrt hatte. Zudem beginnt die Dämmerung um diese Jahres- und Uhrzeit recht rasch und die Rehe sollten dann auch auf die Lichtungen hinauskommen.

Evita ist Geschirre bereits gewöhnt, jedoch trug sie zum ersten Mal ein Niiva-Harness – insofern war es für sie sicherlich etwas ungewohnt, den Rückengurt sowie die hinten befestigte Tugline am Rücken zu spüren.
Ich ließ sie einfach ganz normal, verbunden über die elastische Zugleine am Bauchgurt den Berg hinter unserem Haus hochlaufen. Sie wollte losrennen und ich begann ebenfalls zu joggen, doch der Zug der Tugline irritierte sie; vielleicht war ich ihr auch zu dicht auf den Fersen? Jedenfalls kehrte sie sich um und sprang freudig, doch zugleich erstaunt an mir hoch!
Aufforderungen und Zurufe, zu laufen führten dazu, dass sie ein richtiges Spiel aus dem Ganzen machte; «Hey cool, wenn Frauchen mit mir Fangen spielt» – oder was sie wohl gedacht haben muß 😉

Eine solche Reaktion ist bei einem jungen Hund, der es nicht gewohnt ist, gegen einen Widerstand zu laufen, völlig normal. Nur Laufhunde, welchen den sog. » desire to go « innewohnt, ziehen von Anfang an und wissen, um was es geht. Alle anderen müssen das Ziehen und das Laufen unter Zuglast (LUZL) erst lernen.

  • Und das alleinige Vorauslaufen ist gar nicht einfach
    – schon gar nicht ohne einen Schrittmacher!

Da Evitas großer Lehrmeister, unser Aramis fehlt, kann sie nicht mit ihm zusammen an der gekoppelten Tugline um die Wette laufen (ja, davon hatte ich immer geträumt – alle beiden so vor mir…) und abschauen, wie’s geht, sondern muss dies alleine, aus eigenem Antrieb tun!

Um es ihr etwas einfach zu machen, verlangsamte ich mein Tempo und achtete nun einfach immer darauf, dass die Zugleine gespannt war – die Last war allerdings meinerseits ganz gering, um Evita nicht zu irritieren.

Über motivierendes Zurufen und mit dem für sie bekannte Befehl “ONBY” erhielt sie immer ein Lob, wenn die Leine schön straff war. Zudem rief ich ihr immerwieder das Kommando “OKAY” zu – sie begriff dann sehr schnell und spannte die Tugline perfekt! Mit erhobener Rute trabte die kleine Ungarin vor mir her 😀

CaniCross unter voller Zuglast mit Aramis
CaniCross unter voller Zuglast mit Aramis – bei dieser Power schwebt man nahezu!

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  • Nach ca. 10 Minuten war erst Mal Pause für Evita angesagt.

Die Konzentration auf meine Stimme und das kontrollierte Laufen, hatten sie doch ziemlich Anspruch genommen, deshalb: Niiva-Harness ausziehen und Freilauf für gut 20 Minuten. Evita mußte erst einmal ein paar ordentliche Sprints hinlegen!

Danach wurde es allerdings doch ganz schnell dunkel, die Dämmerung setzte ein. Ich rief meine kleine Rennsemml ab und legte ihr abermals das Niiva-Harness an. Nun war es für sie gar nicht mehr so ungewohnt und irgendwie war sie so richtig in Schwung – die Tugline war schön gespannt. Doch nun wollte sie nicht mehr so ordentlich geradeaus laufen. Im Zickzack mal nach rechts, dann wieder nach links…….. Dann klappte es wieder besser.

Plötzlich erblickten wir beide vier Rehe ganz unweit vor uns, die uns imselben Augenblick wahrnahmen und dann in Windeseile nur noch als vier weiße, hüpfende, dunkel umrandete Punkte zu erkennen waren.

Evita? Ja Evita knallte in die Tugline und erschrak sich völlig, weil sie der Ruck des Dämpfers faßt umwarf. Doch sie wollte hinterher, also galoppierte sie abermals los. Na, für was Rehe doch gut sind?! Hier haben sie den Schrittmacher ersetzt 😉 Ich fiel nun unwillkürlich auch in Joggingtempo, allerdings nicht allzuschnell (wegen der Dämmerung war der Weg nur noch schlecht erkennbar, zudem waren die Feldwege sehr ruppelig und hartgefroren). Es war allerdings kein Problem, ich bremste Evita mit meinem eigenen Gewicht runter:

  • Zum allerersten Mal lief sie nun unter Zuglast – es war ein tolles
    Gefühl, wiedermal einen gewissen Zug zu spüren!

Eine ganze Zeitlang hielt meine kleine Ungarin diesen Galopp, als sie dann wirklich nichts mehr sah, verlangsamte sie. “Aus dem Auge, aus dem Sinn” – zum Glück gilt diese Devise für einen Sighthound!!! Etwas weiter unten ließ ich sie nochmals frei rumflitzen, doch dann nahm ich sie endgültig an die Leine, denn wir sahen bereits von Weitem die nächsten Rehe am Waldrand stehen.

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Peu-à-peu werde ich Evita behutsam immer wieder an der Tugline trainieren, denn ich habe bereits jetzt das Gefühl, dass sie an diesem Team-Sport Freude hat. Für mich war es eine ganz besondere Erfahrung, denn Evita hat mich wieder an die tollen Stunden mit Aramis erinnert… und für mich ist es viel intensiver, wenn ich mit meiner Hündin im Team laufe, wie wenn sie einfach so neben mir herläuft, während ich jogge. Allerdings ist mir sehr wohl bewußt dass Evita eine wirkliche Rennsemml ist, die am liebsten schnell wie der Wind über die Felder fegt – diese Leidenschaft soll sie weiterhin nach Herzenslust ausleben dürfen. Um ihren angeborenen Hetztrieb zu befriedigen, werde ich mit Evita, sobald die Saison beginnt, auf die Rennbahn gehen. Ja, ich habe eine kleine Athletin, die einfach RENNEN will!

  • Ach ja,
    CaniCross-Bilder werden sicherlich folgen.
    Bin sehr auf Evitas Fortschritte gespannt!

Und noch was:
Für Evita werden wir ein ganz spezielle Niiva-Harness entwickeln. Deshalb habe ich augenblicklich auch noch ein präpariertes Test-Niiva, um zu sehen, wie und wo wir es ändern. Sobald wir wissen wo, bekommt sie ihr eigenes, auf sie maßgefertigtes Niiva-Harness. Ein Magyar-Agar ist vollkommen anders gebaut als ein Dobermann. Neben dem geringeren Gewicht könnte man grob sagen, dass der MA einen längeren Rücken, einen viel geringeren Brustumfang, eine schmalere und überhaupt nicht nach vorne gewölbte Brust hat. In der Höhe entspricht Evita locker einer Dobermannhündin – aber wie gesagt, das gesamte Gebäude und die Geometrie ist im Verhältnis vollkommen anders, bspw. steht der Windhund hinten höher als vorne.
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Nachfolgend zum Vergleich Evitas und Aramis Maßangaben:
Brustumfang: Evita 72 cm; Aramis 89 cm
Widerristhöhe: Evita 66 cm; Aramis 71 cm
Rückenlänge: Evita 58 cm; Aramis 61 cm
Halsumfang: Evita 38 cm; Aramis 44 cm
Gewicht: Evita 26 kg; Aramis 39 kg

2 thoughts on “Allererste CANICROSS-“Geh”-Versuche!

  1. Schon verrückt gell,- den Dobis muss man das Ziehen eher abgewöhnen und mit Evita ist das richtig Arbeit…
    Habe gerade wieder an Desirees Ferienbildern gesehen: Nicht zu vergleichen! 10 Hunde an der Leine! Man stelle sich das mit 10 Dobis vor,- und dann ein Büsi auf dem Weg…

    _________________
    Ja, Helga,
    der Dobermann zählt auch zu den sog. Laufhunden.
    http://laufhundesport.wordpress.com/about/approach/laufhunde/dobermann/
    Ihm wird dieses Gen des » desire to go « in die Wiege gelegt!
    Wenn ich daran denke, wie ich vor jedem Event-Start gebibbert habe, ob ich den Wahnsinnsstart von Aramis überhaupt stehen kann, ohne zu stürzen. Der ging so ab, dass man ihn zu zweit halten mußte und dann sogar über die Startlinie gezogen wurde 8)
    http://www.bmetzler.com/bam/mydoberman/?p=316

    Helga,
    ein DOBe ist ein Dobermann und ein Magyar Agar ist ein Windhund,
    so einfach ist das 😀
    Es hat auch Vorteile, nicht immer so ein Powerpackt zu haben! Im Augenblick genieße ich es, dass Evita so eine unkomplizierte Elfe ist – aber manchmal vermisse ich diesen RICHTIGEN Zug auf der Leine……. ach, irgendwann wird wieder ein kleiner DoberMANN bei uns einziehen, das vermute ich …… on vera
    Liebe Sonntagsgrüße von Bettina
    mit Evita an der Seite und Aramis im Herzen

  2. Uups, habe gerade nochmal nachgezählt. Sie hat 11 Magyars an der Leine!!!

    _______________
    Ja, Helga
    absolut undenkbar mit DOBes!
    Evita halte ich mit dem kleinen Finger und wenn sie mal in die Leine knallt, weil sie eine Katze sieht, genügt eine strengere Stimme und ein Zug an der Leine, dann ist vorbei.
    Man kann dieses beiden Rassen überhaupt nicht miteinander vergleichen, wäre irgendwie für beide Seiten unfair, weil ja jeder Hund für einen anderen Zweck gezüchtet wurde.

    Na – Hand aufs Herz – wär’ aber auch mal nett, mit 11 Hunden an der Leine so Show-zu-Laufen 😉

    Lieben Gruß, Bettina

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